Tutorial: Einkochen mit dem Pressure Canner

Du hast schon einen Pressure Canner, aber weißt nicht so recht, wie du anfangen sollst? Oder du trägst dich mit dem Gedanken, dir einen Pressure Canner zuzulegen, hast aber noch ein paar Fragen dazu? Dann bist du hier richtig! Ich gebe dir heute einen Überblick über den Pressure Canner und eine Anleitung zum Einkochen damit!

Ich habe mir den Pressure Canner zugelegt, weil ich gerne Neues ausprobiere. Zudem habe ich bereits Erfahrung mit dem Einkochen im Einkochautomaten, im Backofen und im Schnellkochtopf. Auch im Schnellkochtopf wird unter Druck eingekocht, somit ist das Prinzip des Einkochens im Pressure Canner dasselbe. Allerdings ist die praktische Ausführung ein wenig anders, weshalb ich näher auf den Pressure Canner eingehen möchte.

Der Pressure Canner im Überblick

Es gibt zwei verschieden Größen bei diesem Presto Pressure Canner: den mit 23-Quarts Inhalt (entspricht 21,7 Litern) und den mit 16-Quarts Inhalt (entspricht 15,1 Litern). Ich selbst besitze den größeren der beiden.
Das Gewicht beträgt etwa 4,7 kg inklusive Deckel, was ihn gewichtsmäßig zu einem der leichtesten Pressure Canner macht. Durch das relativ geringe Gewicht ist es auch möglich auf einem Glaskeramikfeld damit einzukochen. Um absolut sicher zu gehen, dass sich der Canner auch für DEIN Ceranfeld eignet, empfehle ich dir die entsprechende Gebrauchsanleitung durchzulesen oder den Hersteller zu kontaktieren, um herauszufinden, bis zu welchem Gewicht du dein Glaskeramikfeld belasten darfst. Mein Ceranfeld hält das Gewicht problemlos aus!
Der Bodendurchmesser beträgt etwa 23 cm, wodurch der Canner auf jeder handelsüblichen Kochplatte ausreichend Platz findet.

Der Canner besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: aus dem eigentlichen Topf und dem Deckel.

Der Topf selbst besteht aus schwerem Aluminium und hat im Falle, dass er induktionsgeeignet ist, einen Boden aus Edelstahl für eine gleichmäßige Hitzeverteilung.
Im Topf haben wir einen Einlegeboden, der sich während des Einkochvorgangs immer im Topf befindet, damit die Gläser nicht direkten Kontakt zum Topfboden haben. Zusätzliche Einlegeböden können als Ersatzteile zugekauft werden.

Auf dem Deckel befinden sich  die Druckanzeige (Manometer), das Entlüftungsröhrchen, auf das der Druckregulator gesetzt wird, das Ventil, das den Deckel für den Druckaufbau verschließt, und das Sicherheitsventil, das sich öffnet, wenn sich ein Überdruck im Topf aufgebaut hat.

Die Druckanzeige zeigt uns den Druck im Topf in PSI an. PSI ist eine in den USA gebräuchliche Maßeinheit für den Druck und bedeutet Pounds per Square Inch, also Pfund pro Quadratzoll. Wir haben eine Einteilung von 5, 10, 15 und 20 PSI.
Mit welchem Druck du einkochen musst, hängt von der Seehöhe ab, auf der du lebst bzw. einkochen möchtest. Wenn du deine Seehöhe nicht genau kennst, kannst du sie in Google finden. Grob gesagt brauchst du für 0 – 660 m Seehöhe 11 PSI, für alles darüber 15 PSI.
Und falls es dich interessiert, du kannst auch PSI in BAR umrechnen, und natürlich auch umgekehrt:
1 PSI ≈ 0,07 BAR
1 BAR ≈ 14,5 PSI

Das Manometer ist der einzige Teil am Pressure Canner, der NICHT nass werden darf, also NIEMALS dieses sensible Messgerät ins Wasser tauchen! Wenn du also den Deckel gründlich waschen und ins Wasser tauchen möchtest, ist es ratsam, die Druckanzeige abzumontieren.

Neben der Druckanzeige befindet sich das Entlüftungsröhrchen. Dieses Röhrchen dient zur Druckregulierung und trägt das Gewicht bzw. den Druckregulator während des gesamten Einkochvorganges. Vor jedem Gebrauch des Canners muss unbedingt die Durchlässigkeit dieses Röhrchens geprüft werden, indem du den Deckel gegen das Licht hältst und kontrollierst, ob du durch das Röhrchen sehen kannst.

Am Rand des Deckels sitzt ein silberfarbenes Ventil. Dieses verschließt den Deckel und ermöglicht so einen Druckaufbau im Topf. Solange der Zapfen dieses Ventils aus dem Deckel heraus schaut, steht der Behälter unter Druck und der Deckel kann und soll nicht geöffnet werden. Erst wenn dieser Zapfen wieder vollständig im Deckel verschwunden ist, ist der Topf druckfrei und der Deckel kann geöffnet werden.

Am dem silberfarbenen Ventil gegenüber liegenden Deckelrand haben wir ein weiteres, schwarzes Ventil, das Überdruckventil. Dieses ist ein Sicherheitsventil und öffnet sich, wenn sich ein zu starker Überdruck im Topf aufgebaut hat oder das Röhrchen blockiert ist.

An der Innenseite des Deckels befindet sich der Dichtungsring. Er kann leicht zur Reinigung entnommen werden. Vor jedem Einkochvorgang sollte der Ring auf Beschädigungen geprüft werden und muss bei Bedarf ausgetauscht werden. 

Anleitung zum Einkochen mit dem Pressure Canner

Um den Pressure Canner kennen zu lernen, empfehle ich dir einen Probedurchgang nur mit Wasser, ohne Gläser.

Dazu füllst du 1 Liter kaltes Wasser in den Canner, es muss beim Probedurchgang nicht bis zur ersten Markierung im Canner aufgefüllt werden.
Dann prüfst du das Röhrchen auf Durchlässigkeit und das silberne Ventil auf Leichtgängigkeit. Danach setzt du den Deckel so auf den Canner, dass sich die beiden V-Markierungen auf Deckel und Griff mit der Spitze gegenüber liegen und schließt den Deckel durch Verdrehen.

Jetzt heizt du die Herdplatte auf höchster Stufe auf und wartest, bis der silberfarbene Zapfen vom Ventil zu sehen ist und ein gleichmäßig starker Dampfstrahl aus dem Röhrchen austritt. Wenn das der Fall ist, stellst du deinen Küchenwecker auf 10 Minuten. Nach diesen 10 Minuten kannst du den Druckregulator auf das Röhrchen setzen und beobachtest die Druckanzeige.

Der Zeiger der Druckanzeige wird bald beginnen zu steigen. Mit Regulierung der Hitzezufuhr über die Kochplatte versuchst du den Druck auf 11 PSI zu halten. Mit dem Erreichen der 11 PSI würde jetzt ein Einkochvorgang beginnen und du könntest deine Einkochzeit auf dem Küchenwecker einstellen.
Sollte der Druck rasch auf über 11 PSI ansteigen, kannst du den Topf vorsichtig zur Seite ziehen oder stellen und warten, bis sich der Druck wieder auf 11 PSI abgebaut hat. Dann stellt du den Topf wieder auf die Herdplatte zurück. Achte aber darauf, dass der Druck nicht unter 11 PSI fällt. Passiert dir während eines Einkochvorganges, dass der Druck unter die erforderlichen 11 PSI fällt, beginnt die Einkochzeit wieder von vorne, sobald der nötige Druck wieder erreicht ist.

Nach Beendigung des „Einkochvorganges“ stellt du den Topf vorsichtig zu Seite und lässt den Canner ganz natürlich abdampfen. Der Abdampfvorgang darf niemals beschleunigt werden, indem du kaltes Wasser über den Topf laufen lässt oder indem du den Canner in kaltes Wasser stellst. Der Canner wäre zwar sehr schnell druckfrei, allerdings können die Gläser, die sich im Topf befinden nicht mit dem raschen Druckabbau mithalten. Die Folgen können überkochende oder sogar zerspringende Gläser sein, was die ganze Mühe des Einkochens umsonst macht.

Der natürlich Abdampfvorgang geht recht schnell von statten und die Druckanzeige steht schon bald auf Null. Wenn auch das silberne Ventil wieder im Deckel verschwunden ist, ist der Topf druckfrei. Nun kannst du den Druckregulator vom Röhrchen abnehmen. Nach weiteren 10 Minuten Wartezeit, kannst du den Deckel öffnen und abnehmen.

Der gesamte Abdampfvorgang eines leeren Canners hat in meinem Fall rund 9 Minuten gedauert, plus 10 Minuten Wartezeit bis zum Öffnen des Deckels. Du siehst, es geht recht schnell.

Ich habe diese gesamte Anleitung auch auf einem Video auf meinem YouTube-Kanal, wenn du dir also den Pressure Canner in Action ansehen möchtest:

Fazit

Einkochen mit dem Pressure Canner ist nicht schwierig, man muss sich nur das erste Mal drüber trauen. Einkochen mit dem Pressure Canner ist sicher, wenn man sich an gewisse Abläufe hält, so wie man es bei jedem anderen Einkochvorgang auch macht. Dann kann auch so gut wie nichts schief gehen und du wirst Freude daran haben, mit diesem Canner einzukochen!

Warum vor allem in Amerika sogar von staatlichen Stellen das Einkochen mit dem Pressure Canner empfohlen wird und welche Vorteile, aber auch Nachteile, es haben kann, werde ich dir demnächst in einem weiteren Artikel erzählen!

Und jetzt: ran an den Canner! Probiere ihn aus und lernt euch kennen! Einkochen mit dem Pressure Canner ist keine Hexerei! Solltest du dennoch Fragen dazu haben, schreib mich gerne an!

Liebe Grüße

Doris

7 Kommentare zu „Tutorial: Einkochen mit dem Pressure Canner“

  1. Hallo Doris,
    danke für deine tolle Anleitung!
    Ich habe mir den Pressure Canner bereits im Dezember gekauft, bisher aber noch nicht die Zeit gefunden mich mit dem Gerät auseinander zu setzen. Wie Du möchte auch ich meine Gerichte einkochen, um einen Vorrat zu generieren, den man auch gern essen möchte.Darüber hinaus möchte ich meine Eltern damit versorgen, die beide im fortgeschrittenen Alter sind. Mit welcher Größe von Canner arbeitest du?
    Liebe Grüße
    Sabine

    1. Hallo Sabine,
      ich habe den 23-Quart-PRESTO-Canner, der fasst etwa 21 Liter. Wenn du Zeit hast, probiere deinen Canner unbedingt aus, du wirst ihn nicht mehr missen wollen! Es lässt sich damit wunderbar einkochen. Wenn du Fragen hast, schreib mich gerne an! Liebe Grüße und viel Erfolg mit deinem Pressure Canner, Doris

      1. Ja Du hast recht- gestern Abend (Nacht) den ersten Versuch erfolgreich ausgeführt….das könnte eine neue Leidenschaft werden :o)
        Freue mich auf weitere Informationen und Rezepte.
        Alles Liebe

        Sabine

  2. Pingback: Einkochzubehör - was brauch ich zum Einkochen? - Vorrat-selbstgemacht

  3. Hallo liebe Doris,
    danke für die wubderbare Erklärung, mein PC ist schon im Haus, habe den selben wie Du. Meine Frage ist dahingehend, mache immer ein echtes Wiener Wirtshausgulasch, dass über 3 Tage dauert mit Rastzeit. Habe dieses dann im Weck Einkochtopf für 120 Minuten haltbar gemacht, dies hat auch wunderbar funktioniert, nur das Gulaschfleisch ist zerfallen, wie koche ich mein Gulasch wenn ich einwecke? Danke Doris für Deine Rückmeldung. Liebe Grüße Christine aus Wien
    ludwig.pfrendl@aon.at

    1. Liebe Christine,
      willkommen in der Pressure Canner Community! 🙂
      Ich koche mein Gulasch immer so, dass das Fleisch noch nicht ganz weich ist, dann erst koche ich es ein. Bis jetzt war es immer so, dass das Fleisch danach zwar weich war, aber nicht völlig zerfallen ist. Versuche bei der Zubereitung darauf zu achten, dass dein Fleisch nicht schon vor dem Einkochen weich gekocht ist, dann sollte es klappen.
      Im PC kochst du dann Gläser bis 500 ml für 75 Minuten, Gläser über 500 ml für 90 Minuten ein. Ich wünsche dir viel Freude mit deinem PC und gutes Gelingen!
      Liebe Grüße,
      Doris

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